The Story of Pacifier - Die Geschichte des Schnullers
Die Verwendung von Saughilfen ist weltweit verbreitet und die Geschichte
lässt sich sehr weit zurückverfolgen. Die ältesten erhaltenen Vorläufer des
Schnullers stammen aus Ägypten und sind etwa 4500 Jahre alt. Es handelt sich
dabei um sogenannte Saugtöpfe, die weniger der Nahrungszufuhr als vielmehr der
Beruhigung der Kinder durch Befriedigung des Saugbedürfnisses dienten.
Im klassischen Altertum dürfte die Verwendung von Schnullern weit
verbreitet gewesen sein. Es wurden zahlreiche kleine Tierchen aus Ton
oder Lehm, z.B. Frösche gefunden, die im Gesichtsbereich
kleine Öffnungen aufwiesen. Diese Figuren wurden den Kindern um den Hals
gehängt und mit Honig gefüllt. Bis ins Mittelalter waren diese
Saugtierchen auch im deutschen Sprachraum bekannt. In anderen Kulturkreisen
wurden auch feste Nahrungsmittel wie zum Beispiel Fische oder
Fleischstücke verwendet, an denen die Kinder stundenlang saugen konnten.
Kinder- und Zahnärzte würden heute darüber und auch über die weitere
Entwicklung die Hände über den Kopf zusammenschlagen.Lutschbeutel,
die mit Mus aus Mehl, Brot und Honig gefüllt waren, lösten die Tontierchen ab.
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Wenn die Kleinen schlafen sollten, weil die Erwachsenen zum Beispiel in die
Ernte gingen und sich nicht um sie kümmern konnten, kam auch schon mal ein
Tropfen Alkohol bzw. Weizenkleie oder Bier mit rein. Um 1840
revolutionierte der „Wonnesauger“ die Geschichte des Nuckels. Er bestand
aus schwarzem Kautschuk, war recht hart aber nicht spröde. Leider war
der Preis für die Befriedigung des Saugtriebs häufig deformierte Gaumen,
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die zur Grundlage von Gebissfehlstellungen, kosmetischen Problemen,
Sprachstörungen und sogar von Krankheiten des Verdauungstraktes
werden konnten. So entwickelten 1956 die beiden Zahnärzte
Dr.med.dent.Adolf Müller und der Kieferorthopäde Prof.Dr.Wilhelm Balters
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einen möglichst natürlichen, kiefergerechten und der mütterlichen Brustwarze nachempfundenen Schnuller.
Die Firma Mapa,besser bekannt unter dem Namen
NUK (NUK = Natürlich Und Kiefergerecht) waren die Ersten, die Patentrechte
erwarben und diesen Schnuller 1956 herstellten und weltweit vertrieben.
Der erste „Nucki“ war also geboren.
Babys erlernen das Saugen nicht erst, wenn sie auf der Welt sind.
Beim Feinultraschall oder Screening sieht man die Föten schon wochenlang vorher
an ihren Fingern nuckeln – oft so heftig, dass Saugblasen entstehen.
Der Finger im Mund bringt nicht nur Übung für das spätere Stillen, er verhilft
auch zur Beruhigung, zum Stressabbau und nicht zuletzt zur Unterhaltung.
Ein Säugling unterscheidet in seinen Saugbewegungen klar zwischen
Nahrungsaufnahme und „Seelenkosmetik“. Nuckeln bedeutet Lustgewinn
in verschiedener Hinsicht, schließlich ist der Mund anfangs das einzigste Organ,
das vom Kind willkürlich bewegt werden kann.
Niemand, auch nicht die alten Ägypter, wollten auf den Nuckeltrost verzichten
und dafür haben Wissenschafter auch eine Erklärung gefunden:
Wenn das Baby saugt, bildet sein Körper vermehrt Hormone, die einerseits die Verdauung regeln und andererseits beruhigend und schlaffördernd wirken.
Deshalb, und darüber ist man sich mittlerweile einig, sollte ein Säugling in
den ersten Lebensmonaten saugen dürfen, wann immer er möchte.
Hier ein paar Tips, zur Schnullerentwöhnung:
Jetzt fragt Ihr euch wahrscheinlich warum wir Tips zur Schnullerentwöhnung geben,
obwohl wir doch Schnuller verkaufen wollen.
Die Frage ist berechtigt, aber eine perfekte Kieferzahnstellung und gesunde
Zähnchen bei euren "Kleinen" liegen uns mehr am Herzen als ein paar verkaufte Schnuller mehr oder weniger !
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Zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr sind "Freund Schnullers" Tage gezählt.
Denn je älter Euer Kind wird, desto schwieriger lässt sich die liebgewonnene Angewohnheit Schnullernuckeln (oder schlimmer:Daumenlutschen) wieder abgewöhnen.
Unliebsame Folge: Auf Dauer mit fortschreitendem Alter drohen Zahn- und
Kieferfehlstellungen.Also, beizeiten muss der Schnuller weg!
Aber wie ? Grundsätzlich gilt für euch Eltern: Ihr braucht Geduld.
Es ist normal, dass der Abschied nicht auf Anhieb klappt.
Eine Trennung von lieben Gewohnheiten braucht eben ihre Zeit.
Wer besonders langen Atem hat, kann der „Nuckellust“ seines Kindes
längerfristig das Wasser abgraben. Gewöhnt euch an, bei Quengeln oder
Müdigkeit den Schnuller erst einmal aus dem Spiel zu lassen.
Eine Runde kuscheln oder der heißgeliebte Teddy im Arm, eine kleine Geschichte (vielleicht diese hier *hihi*) oder eine neue Schmusedecke
die Liste der Möglichkeiten, den Schnuller als "Tröster" auszustechen
ist ganz schön lang. Der Schnuller ließe sich z.B. durch gezielte „Attentate“
beseitigen.Das hilft natürlich nur, wenn Eurem Kind nicht ein ganzes Schnullerarsenal
zur Verfügung steht, aus dem wieder "heile Schnuller nachwachsen".
Stecht beispielsweise ein Loch in den Sauger, beim Nuckeln entweicht
die Luft und das Nuckeln macht keinen Spaß mehr. Ihr könnt den Schnuller
auch jeden 2. oder 3. Tag ein wenig kürzer schneiden.
Nützt der Schnuller im Mund nichts mehr, kann ihn das Kind noch eine
Weile bei sich behalten, bis er uninteressant wird und es ihn sogar selbst
in den Müll schmeißt.
Ein alter Trick der vor allem bei 2 Jährigen und Kindern mit älteren
Geschwistern zieht, ist: am Stichtag Geburtstag fühlen sich viele Kleine
bei der Ehre gepackt und geben ihren Schnuller gerne her.
Nachts im Bettchen allerdings, bereuen die meisten dann schon wieder
ihren "voreiligen Deal". Stellt euch also listig auf ein paar
Verhandlungsrunden ein: Die Geburtstagsfee oder der Weihnachtsmann,
die den Schnuller eingesackt haben, können ja noch mal
angerufen werden und rücken den Schnuller dann noch mal für eine
Nacht heraus. Wichtig dabei: Lasst das Thema „Schnuller oder nicht Schnuller“
nicht dominant werden. Bietet für die Gefühle der Kinder
(z.B. Angst in der Nacht), die hinter der Trostsuche stecken, Alternativen an,
das kann ein Lied sein, oder die Tür bleibt einen Spalt offen.
Jedes Kind trägt doch einen dringenden Wunsch mit sich herum,
der sich im Tausch gegen den Schnuller über Nacht erfüllen lässt.
Verpackt in ein spannendes Ritual ( Wunschzettel formulieren lassen,
samt Nucki abends vor die Tür legen) läßt sich das
Angenehme (Geschenk!) mit dem Nützlichen (Tschüss Schnuller) gut verbinden.
Verlangt das Kind dann wieder erwarten seinen Schnuller, könnt Ihr ihm
vorschlagen, sein Geschenk abermals bei der Schnullerfee gegen den Schnuller
wieder einzutauschen. Die wenigsten Kinder erklären sich dazu bereit.
Das hieße ja, die schöne neue Puppe oder den neuen Roller oder ähnliches
wieder herzugeben, gegen das Eingeständnis, noch einen Schnuller zu brauchen.
Eine abgewandelte Form der Schnullerentwöhnung ist ein kleines Geschenk
für jede Schnullerfreie Nacht, Vorteil dabei: Jede Schnullerfreie Nacht
ist ein Schritt vorwärts in Richtung Schnullerentwöhnung.
Nachteil dabei: Viele Kinder durchschauen den "Deal" und nutzen ihn für sich.
Jede Nacht muss dann ein Ersatz für den Schnuller her…! Viele Kinder
lassen sich auch bei Ihrem sozialen Gewissen packen:
Sie sind jederzeit bereit zu helfen und die Herausgabe ihres Schnullers
für ganz kleine Vogel- Hasen- oder Hundebabys, die ihn angeblich dringend
benötigen, herzugeben. Es lässt die kleinen heroisch über sich hinauswachsen.
Ordendliches Loben für so viel Einsatz und der von den Eltern „übermittelte“
heiße Dank der Tiermutter helfen durchzuhalten.
Ältere Kinder lassen sich viel weniger gut austricksen, wenn es um Schnuller oder Daumenentwöhnung geht. Dafür reagieren viele aber schon erstaunlich vernünftig,
wenn man ihnen die negativen Folgen des Nuckelns erklärt. Viele Kinder
verstehen und akzeptieren den Schnullerverlust eher, wenn sie merken,
dass die Eltern einen triftigen Grund haben, den Schnuller abzuschaffen.
Besonders günstig ist es hierbei, wenn die Schnullerentwöhnung in die
„Warum“-Phase fällt.
Althergebrachte Maßnahmen wie Bestreichen von Daumen oder Schnuller
mit unangenehm schmeckenden Substanzen oder Einbinden der Hände
solltet Ihr lieber bleiben lassen.
Auf die Weise würdet Ihr euch ja wohl auch nicht das Rauchen oder Kaffee trinken abgewöhnen wollen, oder?
Hier noch ein Witz aus dem Land der Fritten:
Die Belgier sind es gewöhnt, dass man sich jenseits der Grenzen
über sie lustig macht. Über diesen Witz aus Holland indessen mag im Land
zwischen Ardennen und Nordsee kaum jemand lachen:
"Woran erkennt man ein belgisches Baby?
Daran, dass es an Stelle eines Schnullers,
eine Fritte im Mund hat."
In diesem Sinne euer Nucki-Koenig
www.Der-Nucki-Koenig.de